Akute myeloische Leukämie – wie geht es weiter?

Die Diagnose der akuten myeloischen Leukämie (AML) trifft einen oftmals aus heiterem Himmel. Eine Routineuntersuchung, ein verstauchtes Knie oder ein scheinbar harmloser Infekt – dann die Diagnose: Blutkrebs. Eine Reihe von unangenehmen Gefühlen und sicherlich auch eine gewisse Hilflosigkeit können sich breit machen. Doch eines gleich vorweg: Bei der Behandlung der AML konnten in den letzten Jahren viele Fortschritte erzielt werden.


AML – KURZ ERKLÄRT

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist die bei Erwachsenen häufigste bösartige Krebserkrankung des blutbildenden Systems (Blutkrebs). Dabei kommt es im Knochenmark zu einer unkontrollierten übermäßigen Vermehrung von veränderten, noch unreifen Vorläuferzellen bestimmter Blutkörperchen. Dieser rapide Anstieg unreifer, funktionsunfähiger Zellen behindert im Knochenmark die Bildung funktionsfähiger, gesunder Blutzellen. Die Zahl der roten Blutkörperchen (wichtig für den Sauerstofftransport) und die der Blutplättchen (notwendig für die Blutgerinnung) sowie die der weißen Blutkörperchen (wichtig für die Immunabwehr) nehmen immer weiter ab. Der Sauerstofftransport, die Blutgerinnung und die Immunabwehr kommen immer mehr zum Erliegen. Das Blut wird zudem von solchen unreifen und nicht funktionsfähigen Zellen regelrecht überschwemmt wodurch andere Organe infiltriert und geschädigt werden können. Unbehandelt führt die AML daher in der Regel innerhalb weniger Monate zum Tod.


WIE ENTSTEHT AML?

Die AML entsteht primär durch die Entartung von so genannten Vorläuferzellen im Knochenmark. Durch eine Veränderung im Erbgut dieser Zellen beginnen sie sich unkontrolliert und schneller als die anderen Zellen zu teilen. Die entstehenden Tochterzellen reifen nicht mehr zu funktionstüchtigen Blutkörperchen heran, behindern die Bildung gesunder Blutzellen im Knochenmark und werden als unreife und funktionslose Zellen, sogenannte Blasten, in das Blut abgegeben.

Eine AML kann sich auch aus einer anderen Erkrankung des Knochenmarks entwickeln, beispielsweise aus dem myelodysplastischen Syndrom (MDS) oder der Myelofibrose (MF). Man spricht in diesem Fall von einer sekundären AML.

Die Ursachen einer solchen Entartung sind nicht bekannt. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, die für die Entstehung einer AML begünstigen können.

Einige Risikofaktoren, die für die Entstehung von AML möglicherweise begünstigen.

  • Rauchen
  • Medizinische Therapien (z.B. vorherige Chemotherapeutika)
  • Radioaktive Strahlung
  • Umweltgifte (z.B. Pestizide)
  • Vorangegangene hämatologische Erkrankung
  • Angeborene genetische Veränderungen, wie beispielsweise Down-Syndrom, Neurofibromatosen oder verschiedene Anämieformen

Quellen:

  1. C. Brandts, A. Kim, H. Serve. Die Akute Myeloische Leukämie (AML) des Erwachsenen. Wissenswerte Informationen rund um die AML für Patienten und Angehörige. Kompetenznetz Leukämien, Februar 2017.
  2. Kompetenznetz bei akuten und chronischen Leukämien, Akute myeloische Leukämie (AML); https://www.kompetenznetz-leukaemie.de/content/patienten/leukaemien/aml/ (zuletzt besucht am 02.11.2017).